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Konferenznews 21.3.2018

Mittwoch (21.3.2018)

Intersec Forum

Intersec Forum 2018 Konferenz-News vom Mittwoch (21.3.): Neue Lösungen für Sicherheitstechnik in und jenseits der Cloud

Der dritte Konferenztag bot Sicherheitstechnik-Anwendungen in der Gebäudeautomatisierung von der Anwendung speziell im Smart Home, über die Chancen der digitalen Gebäudeplanung von der Projektierung an mit Methoden des Building Information Modeling (BIM), bis hin zu innovativen Lösungen von Young Enterprises & Start ups.

KNX Secure

Heinz Lux

Heinz Lux, Geschäftsführer der KNX Association hob in seiner Morgen-Moderation die Bedeutung sicherer Passwortverschlüsselung für alle Vorgänge im Smart Home und im Smart Building hervor: „Wir können Ihnen das Internet nicht sicherer machen, wohl aber das, was Sie lieben.“

Peter Borowski

Peter Borowski, Vorstand der Smart Home Initiative Deutschland:

Smart Home Sicherheit: Was war, was ist, was wird?

Peter Borowski, Vorstand der Smart Home Initiative Deutschland, blickte ausgehend von den Anfängen der Smart Home-Technologie in die Zukunft: Die Motivation für Kunden, in Smart Home-Installationen zu investieren sei heute in 60% der Fälle motiviert on einem steigenden Sicherheitsbedürfnis, zu 30% aus Komforterwägungen und zu 10 % aus Gründen der Energieeffizienz.

Für die Systemintegratoren, die die Gesamtverantwortung über sicherheitstechnische Installationen haben, sei es daher wichtig, sich auf dem Gebiet fortzubilden – ein Gebiet, auf dem die Smart Home Initiative noch erheblichen Bedarf sieht.

Mit Blick auf Produktstandards sagte er: „Es ist nicht nötig, sich auf ein einziges, umfassendes Gebäudeautomationsprotokoll festzulegen. Die Leistungsfähigkeit einer smarten Automation liegt in der Regel nicht in der Technologie, sondern in den Fähigkeiten der Planer und Integratoren des ausführenden Gewerks begründet. Geprüfte und zertifizierte Sicherheitstechnik wird ein immenser Wettbewerbsvorteil werden, zumindest in Deutschland.“

Klaus Kisters

EKHK Klaus Kisters, Leiter Technische Prävention im Landeskriminalamt NRW

Erster Kriminalhauptkommissar Klaus Kisters unterstrich, dass Smart Home-Anwendungen den Einbruchschutz verbessern, weil sie wichtige Funktionen wie etwa realitätsnahe Anwesenheitssimulationen ermöglichen. Über Smart Home Anwendungen lassen sich zudem Fernkontrollen und Zustandsüberwachung realisieren. Darüber hinaus werden Gefahren frühzeitig detektiert, dokumentiert und an einen definierbaren Personenkreis gemeldet. Damit sind über diesen definierten Personenkreis verifizierte Alarmmeldungen an Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste möglich.

Als klassisches Smart Home-Ergebnis dieser Art beschrieb Kisters Fälle, bei denen ein Haubewohner in Abwesenheit eine Push-Nachricht mit einem Foto von einem Einbrecher aus ihrer Wohnung erhalten haben und rechtzeitig die Polizei informieren konnten.

Den Chancen der vernetzten Smart Home-Technologien stehen jedoch auch Risiken gegenüber wie etwa das potenzielle Ausspähen von Daten und deren Missbrauch, Sabotage und Einbruchdiebstahl, wobei häufigsten Angriffsszenarien laut Kisters aus dem Internet über den Router erfolgen.

Fazit von Klaus Kisters für die Gebäudeautomation im Smart Home: „Die Polizei befürwortet den unterstützenden Einsatz von Smart Home Anwendungen für den Einbruchschutz und verifizierte Alarmmeldungen. Konkrete Produktempfehlungen seitens der Polizei sind erst nach Zertifizierung durch eine Prüfstelle vorstellbar. Weitestgehende Sicherheit kann nur erreicht werden, wenn Entwickler, Produzenten, Händler, Planer und Errichter sowie Betreiber und Kunden das Thema Sicherheit im Focus haben.“

André Hänel

André Hänel, KNX System und Tool Manager:

KNX Secure – Sicherheit für Installationen und Systeme im Bestand, Neubau und IoT

KNX Secure und ETS

Gesichert und verschlüssselt – André Hänel erläuterte an den Neuerungen des KNX-Standards, wie zugriffsicher KNX IP Secure und KNX Data Secure auch bestehende KNX Installationen machen. Beide basieren auf weltweit etablierten Sicherheitsprotokollen und können auch in die bestehenden KNX Anlagen nahtlos integriert werden.

ETS (Engineering Tool Software) ist ein ebenfalls herstellerunabhängiges Installationswerkzeug für die Planung und Konfiguration intelligenter Haus- und Gebäudesystemtechnik mit dem KNX System. Die ETS läuft auf Windows©- basierten Computern und richtet sich in diversen Versionen an alle Nutzer des KNX Systems, vom Einsteiger bis hin zum geschulten und erfahrenen KNX Partner oder Installateur.

Mit KNX IoT rückt die Gebäudeautomation bzw. das Smart Home mit KNX näher an die virtuelle Welt des Internets. Es wird einfacher, Daten daraus für automatische Funktionen zu nutzen, Werte und Zustände einer KNX-Anlage über das Internet darzustellen und auszuwerten. Man denke nur an Sensorwerte und Verbrauchsdaten von Energienutzungen, die der Optimierung eines Energiemanagements dienen können. KNX IoT wird über Gateways zwischen dem KNX-Netzwerk und der Internet-Welt realisiert.

Christian Stahn, KNX Marketing, erörterte die Produkte und Anwendungen am Beispiel von gegen missbräuchliche Datenzugriffe sicheren KNX-Lösungen in der Hotellerie.

Building Information Modeling (BIM)

Markus Groben

Markus Groben, Geschäftsführer, Groben Ingenieure, und Franz Madl, pbb Planung & Projektsteuerung: BIM im „digitalen Zwilling“ präsentiert am Beispiel des Digital Buildings

BIM ist „Planen und Bauen 4.0“: Markus Groben illustrierte am Projekt „Digital Building“, einem sicherheitstechnischen Anwendungsszenario (erstellt zur Light + Building 2016), den Nutzen und die Chancen des Building Information Modeling (BIM).

Unabhängig davon, welche BIM-Software zum Einsatz komme, sei der Nutzen von BIM, eine digitale Methode zur Hand zu haben, um Bauwerke über ihren gesamten Lebenszyklus mit allen relevanten Informationen abzubilden und damit Gebäudedaten aller Art zentral zu sammeln und zu verwalten.

„BIM ermöglicht verschiedene Sichtweisen auf ein und dasselbe Projekt. So zahlt sich BIM teilweise allein schon da aus, wo ein Kostenmanagement möglich ist: Verknüpft man die Kostendaten, kann man präzise und vor allem früh, in den Leistungsphasen 2 und 3 etwa, viel konkreter projektieren. Dadurch reduzieren sich Fehlkalkulationen, Mehrkosten und Zeitverlust, denn die klassischen Leistungsfelder verlagern sich in der Planung nach vorne.“

Markus Groben lud seine Zuhörer ein, BIM als Prozess verstehen zu lernen, und die Möglichkeiten zu nutzen, strukturiert und transparent an Projekte der Gebäude- und Sicherheitstechnik heranzugehen.

Mathias Huth

Mathias Huth, Leiter Strategisches Marketing bei Bosch: BIM in der Sicherheitstechnik aus Sicht eines Herstellers

Matthias Huth ließ sein Auditorium in die Überlegungen und Entscheidungen beim Aufbau der Cloud-basierten BIM-Plattform blicken. „Wir sahen uns nach vielen Recherchen zu Sinn und Zweck, zur Bedeutung und Wahl der Software und Datenarchitektur vor der Herausforderung, das, was die Automobilbranche an digitaler und dynamischer Projekt- und Produktplanung bereits macht, auf die Gebäudetechnik zu übertragen.“

Highway to BIM: Die BIMObject-Plattform sei auch auf absehbare Zeit eine  strategische Investition in die Zukunft der digitalen und vernetzten Projektierung von Bauvorhaben. Der explorative, visionäre Entwicklungsweg werde weiter beschritten, so etwa in Richtung Relevanz der Levels of Detail (LOD) für eine künftig maschinenlesbare Semantik, oder in Richtung Simulation von Audio, Video und Rauch oder in Richtung neuer Einsatzfelder wie etwa Digitalen Wand Scanner-Apps (zur Visualisierung und Augmentierung von Unterputz-Versorgungsleitungen), Drohnen oder 3D Scans.

Start-ups & New Enterprises

Marius Schmidt

Marius Schmidt, Gesellschafter und Leiter Entwicklung, SDT Solutions: Sicherer Fernzugriff auf digitale Infrastrukturen

Verknüpfung von Authentifizierung und Verschlüsselung zu einem Verfahren. Das passwortlose Verfahren verhindert Insiderangriffe. Die Software (AuthCryptor) kann als mögliche integrierte Alternative zu einer VPN-Lösung verwendet werden, insbesondere dann, wenn nicht erwünscht ist, dass der Teilnehmer auch gleichzeitig Teil des Netzwerks wird.

Als Anwendungsgebiete stellte Marius Schmidt das Abrufen von vertraulichen Informationen wie etwa von Systemdaten, Bilder, Videostreamings dar, das Steuern von Alarm- oder Videoüberwachungsanlagen und von Smart-Home-Lösungen, die Zutrittskontrollen für Gebäude und Fahrzeuge oder temporäre Zugriffe wie etwa in der Fernwartung. Der Umstand, dass keine Passwörter oder ähnliche Daten geschickt oder gespeichert werden verhindere, dass Verbindungen (man in the middle) oder Daten kompromittiert werden.

Marius Schmidt betonte: „Die Software kann überall dort sinnvoll eingesetzt werden, wo eine Interaktion zwischen Mensch und Maschine stattfindet. Und sie kann jederzeit in bestehende Systeme integriert werden. Eine Cloud-basierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist unser nächster Schritt.“

Christian Ostrochowski

Christian Ostrochowski, Produktmanagement frogblue: Neue Smart Homeudn Samrt Building Lösung mit intelligenten Fröschen

Christian Ostrochowski, stellte ein System vor, das über das Protokoll BLE (Bluetooth Low Energy) – eine für Anwendungen im Gebäudebereich optimierte Variante des Kommunikationsstandards Bluetooth – kommuniziert. Dies ermöglicht im Unterschied zu vielen anderen Systemen am Markt die Bedienung via Smartphone, ohne dass die Gebäudeautomation eine Verbindung zum Internet benötigt: In Kombination mit verschlüsselter Datenübertragung ist dies ein Argument für Datenschutz- und Datensicherheit-sensible Kunden.

„Frogblue ist ein für Installateure wie für den Anwender interessante Lösung, weil sie keine zusätzliche Konfiguration und entsprechend tieferes IT-Wissen erfordert“,sagte Chrisitan Ostrochowski. Jede Komponente ist autark und kann direkt vom Tablet aus angesteuert werden – bei mehr als einer Komponente entsteht ein smartes Bluetooth-Netzwerk. Es gibt also keine Zentraleinheit, und Tablet-User brauchen keine weitere Steuereinheit anzuschaffen. Und selbst bei Updates muss keine physische Veränderung an den Unterputz-Frog-Komponenten vorgenommen werden – auch dies wird über Tablet gesteuert.

Karsten Nölling

Karsten Nölling, Geschäftsführer, KIWI.KI: Die Digitalisierung des Schlüssel­manage­ments

Digitaler Schlüssel: Speziell für die Wohnungswirtschaft (Mehrfamilienhäuser) bietet KIWI.KI einen digitalen Zutrittsservice auf. Er basiert technisch auf RFID-Technologie. Die Betreiber großer Wohneinheiten kaufen das System oder nutzen die Plattform im Sinne des „Access as a service“.

Haupteinsatzgebiete sind etwa das Schließ- und Schlüsselmanagement der Haustüren und der Kellerzugänge etwa für Handwerker, Entsorger oder andere Dienstleister sowie den definierten Kreis der Bewohner.

„Die Wohnungstüren sind ebenfalls Teil unserer Services. Hier ist noch einmal eine besondere Herangehensweise gefragt, weil die Tür zur Wohnung für die Meisten etwas sensibles ist – sensibler als das Auto. Das ist besonders gut nachvollziehbar, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele Dienste hierüber koordiniert werden: Pflege, Postzustellung, Essenslieferung.“

Mathias Runge

Mathias Runge, Mitgründer und Senior Software Developer, IoT connctd: Die Interoperable IoT-Plattform für Gebäude

Internetfähige Geräte noch effizienter vernetzen, das ist das Ziel von Matthias Runge. So können Rauchmelder heute zum Beispiel automatisch im Notfall Hilfe holen oder Thermostate auf Unwetter reagieren. IoT connctd möchte die Kommunikation zwischen internetfähigen Geräten noch effizienter machen und unterstützt mit seiner Semantic Web-Plattform Firmen dabei, die neuen technischen Möglichkeiten voll auszuschöpfen. „Wir bieten unsere offene, unabhängige Kommunikationsplattform für Hersteller, Entwickler und Service-Provider mit dem Ziel an, ein sicheres und interoperables Internet der Dinge über eine allgemeinverständliche Beschreibung dieser Dinge (semantische Repräsentation) zu erreichen.“

Und das steht morgen für Sie auf dem Programm:

  • Einbruchschutz & Gebäudebetrieb
  • Internet of things (IoT)
  • Notfallplanung in Gebäuden & Infrastrukturen

www.intersec-forum.com/22032018

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