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3 + 1 kurze Fragen zu IT- und Cybersicherheit an: Lukas Linke, Referent für Cybersicherheit, Fachverband Sicherheit im ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

21.02.2018

Digitalisierung und Vernetzung stellen hohe Anforderungen an die IT- und Cybersicherheit auch von Sicherheitssystemen, die Menschen und Sachwerte schützen. Die Messe Frankfurt sprach mit Lukas Linke, Referent für Cybersicherheit, Fachverband Sicherheit im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, über Chancen und Herausforderungen.

Warum ist IT- und Cybersecurity für die Sicherheitstechnik so wichtig?

Die Sicherheitstechnik steht durch Digitalisierung und Vernetzung gerade vor einem großen Wandel. Die bisher streng abgeschotteten Systeme werden offener und kommunizieren zunehmend über zahlreiche Schnittstellen und öffentliche Datenleitungen wie dem Internet untereinander und mit anderen gebäudetechnischen Anlagen. Ohne ausreichenden Schutz kann es zu Störungen der Verfügbarkeit oder gar Manipulation der Funktionalitäten in den Systemen und Anlagen kommen. Das ist nicht tolerierbar, da Sicherheitssysteme unter allen Umständen Menschen und Sachwerte schützen müssen – nicht nur in kritischen Infrastrukturen. Nicht vergessen werden dürfen dabei detaillierte Datenschutzregelungen, ohne die die notwendige Nutzerakzeptanz nicht erreicht werden kann.

Welche sind aus Ihrer Sicht die größten Hürden für die Weiterentwicklung der IT- und Cybersecurity in der Sicherheitstechnik?

Gesetzgeber, Industrie und Anwender müssen schnell verlässliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von IT- und Cybersecurity in der Sicherheitstechnik schaffen. Sonst besteht das Risiko, dass mangels Richtlinien potentiell unsichere Systeme auf den Markt drängen.

„Security-by-Design“ muss zum selbstverständlichen Bestandteil der Produktentwicklung werden. Darauf sind Prozesse aller Akteure (Hersteller, Errichter, Integratoren, Betreiber etc.) aufzubauen, die über die unterschiedlichen Verantwortungsräume hinweg die Cybersicherheit im gesamten Lebenszyklus umsetzen. Aufgabe der Normung ist wiederum, dass alle Konzepte zu einander passen. Dabei sollte es immer eine gemeinsame Basis-Cybersicherheit geben und dann, je nach Sektor oder Unternehmen, Bestimmungen, die darüber hinausgehen. Unternehmen können und sollen sich am Markt auch über Security differenzieren können. All dies ist leichter gesagt als getan und muss stets europäisch einbettet werden. Der ZVEI hat hier unter anderem in einem Positionspapier mit seinem französischen Partnerverband FIEEC (Fédération des Industries Electriques, Electroniques et de Communication) bereits die Initiative ergriffen.

Wie lauten Ihre Empfehlungen für die anstehenden Aufgaben zur Weiterentwicklung der IT- und Cybersecurity in der Sicherheitstechnik?

Die Industrieautomation hat mit der Umsetzung von Industrie 4.0 auch bei der IT- und Cybersecurity bereits erhebliche Fortschritte gemacht. Der ZVEI-Fachverband Automation hat hierzu zahlreiche Positionspapiere und Leitfäden erarbeitet. Davon kann auch die Sicherheitstechnik profitieren, zumal die Anforderungen in beiden Bereichen ähnlich sind: Zahlreiche Prozesse auch mit Auswirkungen auf die Sicherheit von Menschen müssen verzögerungsfrei quasi in Echtzeit laufen und ein Anlagenausfall kann nicht toleriert werden.

Besonders wichtig sind das Einbeziehen und die Diskussion zwischen allen Beteiligten, also Gesetzgebern, Verbänden, Herstellern, Planern, Errichtern und Anwendern. Darum empfiehlt sich unbedingt der Besuch des Intersec-Forums der Messe Frankfurt vom 19. bis 23. März 2018, wo Herausforderungen und Lösungen zur IT- und Cybersicherheit von vernetzten Sicherheitssystemen in einem eigenen Themenschwerpunkt diskutiert werden und alle wichtigen Marktteilnehmer anwesend sind.

Welches ist Ihr liebstes Gimmick oder diejenige elektronische Errungenschaft, die Sie persönlich nicht mehr missen möchten?

Da kann ich mich nicht entscheiden: Vielleicht meine neue elektrische Zahnbürste, aber auf jeden Fall die Budget-Plan App.

Welcher Fakt, welche Kennzahl ist in Ihrem Arbeitsbereich eine besonders herausfordernde, die Sie mit uns teilen möchten?

Da gibt es drei, die man zusammen verstehen muss. Das erste Space-Shuttle hatte 400.000 Zeilen Programmiercode; alle Google-Dienste zusammen kommen auf 2.000.000.000 Zeilen Code (Quelle: Wired Magazin 2016). Und alle 100.000 Zeilen gibt es ca. eine Schwachstelle. Die Arbeit wird nicht weniger.

Weiterführende Informationen auf:

www.intersec-forum
www.allianz-fuer-cybersicherheit.de/ACS/DE/Home/startseite.html
www.bsi.bund.de
www.zvei.org/themen/cybersicherheit
www.fieec.fr

Intersec Forum

Unter dem Titel „Security meets Smart Building: Digitalisierung und Sicherheit im Gebäude der Zukunft“ tagt das Intersec Forum jährlich parallel zu den Leitmessen Light + Building und ISH. 2018 hat das Intersec Forum vom 19. bis 23. März seinen Veranstaltungsort im direkten Umfeld der Light + Building, Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik, in Messehalle 9.1. Weitere Informationen auf: www.intersec-forum.com, www.intersec-forum.com/twitter und  www.light-building.com.

Safety, Security & Fire

Im internationalen Wachstumsfeld der zivilen Sicherheit gehört die Messe Frankfurt mit derzeit neun Veranstaltungen zu den weltweit bedeutendsten Organisatoren von Messen und Kongressen. Die Events für die Sicherheitsbranche finden in Europa, Asien, dem Nahen und Mittleren Osten und Südamerika statt und bieten optimale Zugangsmöglichkeiten zu diesen dynamischen Wachstumsmärkten.
Mehr Informationen unter www.safety-security.messefrankfurt.com

Hintergrundinformationen Institut für Sicherungssysteme (ISS)

Das Institut für Sicherungssysteme ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut der Bergischen Universität Wuppertal mit Sitz in Velbert. Es widmet sich grundlegenden technischen und gesellschaftlichen Fragestellungen zum Schutz von Mensch und Infrastruktur. Im Mittelpunkt der interdisziplinären Forschung steht dabei die Bewertung innovativer Sicherungssysteme hinsichtlich der Dimensionen Sicherheit (Safety und Security), Zuverlässigkeit und Effizienz.
Weitere Informationen: www.sicherungssysteme.net

Hintergrundinformation ZVEI

Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. vertritt die Interessen von 1.600 Unternehmen der Elektroindustrie und zugehöriger Dienstleistungsunternehmen in Deutschland. Jede dritte Neuerung im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland erfährt ihren originären Anstoß aus der Elektroindustrie. Die Branche beschäftigt 853.000 Arbeitnehmer im Inland und mehr als 706.000 im Ausland. Weitere Informationen: www.zvei.org

Hintergrundinformation Messe Frankfurt

Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. Mehr als 2.500* Mitarbeiter an rund 30 Standorten erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 661* Millionen Euro. Mittels tiefgreifender Vernetzung mit den Branchen und einem internationalen Vertriebsnetz unterstützt die Unternehmensgruppe effizient die Geschäftsinteressen ihrer Kunden. Ein umfassendes Dienstleistungsangebot – onsite und online – gewährleistet Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Qualität und Flexibilität bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltung. Die Servicepalette reicht dabei von der Geländevermietung über Messebau, Marketingdienstleistungen bis hin zu Personaldienstleistungen und Gastronomie. Hauptsitz des Unternehmens ist Frankfurt am Main. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent. * vorläufige Kennzahlen 2017

Weitere Informationen: www.messefrankfurt.com  |  www.congressfrankfurt.de  |  www.festhalle.de