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Konferenz News vom ersten Konferenztag 12.03.2019

Publikum des Intesec Forum 2019

Wenn es um die Zukunft von Klima-, Energie- und Gebäudetechnik geht, muss über die effiziente Vernetzung mit der Sicherheitstechnik gesprochen werden.

Dieser fachlichen Verpflichtung folgten am ersten Konferenztag viele interessierte Zuhörer und aktive Mitdiskutanten aus der Branche.

Die Vorträge des 4. Intersec Forums und die von Moderator Bernhard Heuvelmann geführten Diskussionsrunden sind hier in Kürze für Sie zusammengefasst:

Semantische Interoperabilität: Plattformen & Protokolle

Peter Kellendonk, 1. Vorsitzender des Vorstands EEBUS

„Interoperabilität intelligenter Gewerke im Gebäude“

Peter Kellendonk, 1. Vorsitzender des Vorstands des industrieübergreifenden Netzwerks EEBUS, blickte von der übergreifenden Warte der Stromversorgung in Zeiten der künftig flächendeckenden Elektromobilität auf das Thema: „Alle heutigen Systeme zur Regelung des Energieverbrauchs in Gebäuden werden obsolet, wenn Elektroautos in der Garage stehen und geladen werden.“

Der globale Ausbau der Elektromobilität und regenerativer Energien führt zu großen Herausforderungen beim Betrieb von Gebäuden. Peter Kellendonk schätzte auf dem Intersec Forum 2019 der Messe Frankfurt, dass im Jahr 2025 etwa fünf Millionen Elektroautos angemeldet und 20 Millionen Wärmepumpen in deutschen Haushalten installiert sein werden. Eine Überlastung der Hausanschlusspunkte sei vorprogrammiert. „Der sichere Betrieb von Gebäuden ist in Zukunft nur dann gewährleistet, wenn sich Heizung, Klima und Gebäudetechnik mit den Elektrofahrzeugen und dem Stromnetz abstimmen“, meinte Kellendonk. Dazu notwendig sei eine standardisierte Sprache wie EEBUS, mit der sämtliche Energieverbraucher und -lieferanten Informationen austauschen. Die Geräte im Gebäude werden dabei durch das hauseigene Energiemanagementsystem (EMS) geregelt. Die Schnittstelle zum Energieversorger erfolgt über ein Smart Meter Gateway. Da jedes Gebäude individuelle Anforderungen an die Energieversorgung haben wird, gibt es in Zukunft keine Übergabepunkte mit fester Anschlussleitung mehr, sondern variable Begrenzungen.

Video-Interview mit Peter Kellendonk

Kai Eckstein, Key Account Manager Advancis Software & Services

„Interoperabilität in der Sicherheitstechnik: Steuerung verschiedener Systeme über eine einheitliche Plattform“

Ein Sicherheitsmanagementsystem stellt eine einheitliche Plattform zur Verfügung, mit der sicherheitsrelevante Ereignisse aus unterschiedlichen Gebäudeteilen erfasst und verarbeitet werden. Kai Eckstein, Key-Account Manager bei Advancis Software & Services, nannte auf dem Intersec Forum 2019 der Messe Frankfurt Safety & Security-Gewerke, Gebäudeautomationssysteme und Kommunikationsanlagen als Beispiel. Die Herausforderung bestehe darin, die unterschiedlichen, teils proprietären, teils standardisierten Protokolle und Schnittstellen auf einer einheitlichen Oberfläche mit ergonomischen Benutzerinterfaces zusammenzuführen.

„Dabei geht es nicht darum, bestehende Protokolle abzuschaffen, sondern sicherheitsrelevante Ereignisse einzubinden“, meinet Eckstein. Auch im Internet of Things (IoT) würden die unterschiedlichsten Datenformate verwendet, sodass auch zukünftig viel zu tun bleibe.

Bernhard Dörstel, Senior Vice President ABB / Busch-Jaeger Elektro

„Interoperabilität und Cyber-Security von vernetzten HKL-Automatisierungslösungen“

„Moderne vernetzte Gebäude, bis hin zu IoT und Cloud-Anwendungen, generieren erheblichen Mehrwert für alle Beteiligten“, stellte Bernard Doerstel, Senior Vice-President von ABB und Busch-Jaeger auf dem Intersec Forum der Messe Frankfurt fest. Gleichzeitig wies er auf die Risiken hin: „Damit dieser Mehrwert nicht durch Hacker zerstört wird, muss dem Thema Cyber-Security von Anfang an unbedingt Beachtung geschenkt werden.“

In der Gebäudeautomation seien bereits heute zahlreiche Geräte von der Feld- bis zur Managementebene untereinander und mit dem Internet bzw. der Cloud verbunden, Tendenz steigend. Die Möglichkeiten für Cyberattacken auf Komponenten, auf Netzwerke oder die Cloud nehmen deshalb kontinuierlich zu. Wichtig sei laut Doerstel deshalb, die Cybersicherheit von Anfang an in den Planungsprozess zu integrieren. Hilfestellung dazu geben Standards und Normen, wie die IEC IEC 62443. Aber auch dann gebe es keine hundertprozentige Sicherheit. „Der Wettlauf zwischen Hackern und Sicherheitsexperten wird auch zukünftig stattfinden“, meinte Doerstel. Cyber-Security sei kein Zustand oder Ziel, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Video-Interview mit Bernard Doerstel

Diskussionsrunde mit den Sprechern des Themenblocks Semantische Interoperabilität, Moderation: Bernhard Heuvelmann

Die Abschlussdiskussion des Dienstagvormittags auf dem Intersec Forum 2019 der Messe Frankfurt – moderiert von Bernd Heuvelmann – beleuchtete das Thema Interoperabilität. Nach Meinung der Teilnehmer ist die Ausgangslage in Deutschland und Europa nicht schlecht. Mehr als 95 % der Systeme ließen sich durch offene Standards wie KNX, OPC oder BACNet integrieren.

Wünschenswert sei eine noch einfachere Integration, vergleichbar mit dem Anschluss von Geräten an einen PC. Wichtig sei vor allem, die Anforderungen der Nutzer umzusetzen und auf eine einfache Bedienung zu achten. Dabei sollten über Use Case-Szenarien geprüft werden und nicht „von unten“ einzelne Datenpunkte betrachtet werden. Einig waren sich die Teilnehmer, dass die Digitalisierung und die damit verbundenen Erwartungen des Marktes einen großen Druck auf die Weiterentwicklung der Gebäudeautomation einschließlich der Realisierung von Smart Buildings ausüben.

Live aus dem Intersec Forum: Alle Video-Statements der Konferenzredner

Statements der Redner zum Nachlesen

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