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3 + 1 kurze Fragen zu Smart Access an: Dr. Christian Zenger, Mitgründer und CEO, PHYSEC GmbH

19.03.2018

Die Digitalisierung des Zutritts zu Gebäuden und Infrastrukturen erfordert neues Denken und neue Systeme. Vom Internet der Dinge lernen, heißt „make it secure and simple“. Auf dem Intersec Forum 2018 spricht Dr. Christian Zenger im Cluster „Zukunftsdialog Smart Access“ über Sicherheitslösungen der dritten Generation für das Internet der Dinge auf Basis der Basis der physischen Schicht (Physical Layer, PHY).

Wir sprachen mit dem Mitgründer und CEO von PHYSEC, Dr. Christian Zenger. PHYSEC wurde im April 2016 gegründet. Es ist ein Spin-off des europaweit führenden Horst Görtz Instituts für IT-Sicherheit der Ruhr-Universität Bochum und spezialisiert auf die angewandte Kryptografie im Internet der Dinge (IoT).

Smart Access Management: Digitale Systeme lösen die traditionell mechatronische Schließ- und Steuertechnik ab. Welche Techno­logien sind maßgeblich beteiligt, wenn der Access smart wird?

Effiziente Kryptographie und dezentrale Schlüsselmanagementlösungen sind aus meiner Sicht wichtig. Sichere und effiziente (Re-) Authentifikationsmechanismen von Benutzern und von Geräten sind zentrale Anforderung um einen nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten. Dies beinhaltet insbesondere eine Benutzerfreundliche initiale Schlüsseletablierung.

Physikalische Schichten (Physical Layers), was ist die Idee dahinter?

Im Vergleich zur klassischen Kryptographie stellt Physical-Layer Security ein fundamental differenzierbares Paradigma dar, das Sicherheitsziele durch die Ausmessung von Eigenschaften des elektromagnetischen Spektrums und der Verwendung der physikalischen Gegebenheit sowie der Umgebung eines Gerätes realisiert.

Mit der PHYSEC-Technologie wurde eine effiziente post-quanten resistente IoT-Schlüsseletablierungslösung entwickelt die es ermöglicht selbst Kleinstgerät (z.B. 8-bit µC) mit individuellen Schlüsseln auszustatten und die durch physikalische Nähe zu authentifizieren. Zudem entstand ein unklonbarer Verifizierungsmechanismus, der es erstmals ermöglicht, die Authentizität, Integrität und den physischen Zustand eines Objekts zu überprüfen.

Welche Empfehlung haben Sie an Hersteller / Betreiber von Zutrittskontrollsystemen?

Sichere Lösungen werden immer durch eine Art Katz-Maus-Spiel realisiert, das beispielsweise bei der Entwicklung von RSA* über 30 Iterationen benötigte. Es ist nicht zielführend, die Aufgaben (die der Angreifer und die der Architekten) durch eine einzelne Person oder Instanz zu realisieren.

Welches ist Ihr liebstes Gimmick oder diejenige elektronische Errungenschaft, die Sie persönlich nicht mehr missen möchten?

Software Defined Radios** sind geniale Werkzeuge die immer leistungsfähiger und günstiger werden!

Welche Kennzahl ist in Ihrem Arbeitsbereich eine besonders herausfordernde, die Sie mit uns teilen möchten?

Secrecy Capacity und Secret Key Rate: Wieviel Komplexität / Entropie kann in einer Umgebung existieren, und wieviel davon können wir erfolgreich extrahieren?

Und unternehmerisch gesprochen: Als Startup spielt natürlich der Cashflow eine wichtige Rolle. Insbesondere, wenn es um die stetige Vergrößerung unserer Teams geht. Wir sind mittlerweile 21 Personen, davon 18 Ingenieure.

Weiterführende Informationen auf:

www.intersec-forum

www.physec.de

www.sicherungssysteme.net

www.hgi.rub.de

www.itwissen.info

* RSA ist ein kryptographisches Verfahren, das sowohl zum Verschlüsseln als auch zum digitalen Signieren verwendet werden kann. Es verwendet ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem privaten Schlüssel, der zum Entschlüsseln oder Signieren von Daten verwendet wird, und einem öffentlichen Schlüssel, mit dem man verschlüsselt oder Signaturen prüft. Der private Schlüssel wird geheim gehalten und kann nur mit extrem hohem Aufwand aus dem öffentlichen Schlüssel berechnet werden.

** Software Defined Radios (SDR) fassen die Konzepte für Hochfrequenz-Sender und -Empfänger zusammen, bei denen kleinere oder größere Anteile der Signalverarbeitung mit Software verwirklicht werden.

Intersec Forum

Unter dem Titel „Security meets Smart Building: Digitalisierung und Sicherheit im Gebäude der Zukunft“ tagt das Intersec Forum jährlich parallel zu den Leitmessen Light + Building und ISH. 2018 hat das Intersec Forum vom 19. bis 23. März seinen Veranstaltungsort im direkten Umfeld der Light + Building, Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik, in Messehalle 9.1. Weitere Informationen auf: www.intersec-forum.com, www.intersec-forum.com/twitter und  www.light-building.com.

Safety, Security & Fire

Im internationalen Wachstumsfeld der zivilen Sicherheit gehört die Messe Frankfurt mit derzeit zehn Veranstaltungen zu den weltweit bedeutendsten Organisatoren von Messen und Kongressen. Die Events für die Sicherheitsbranche finden in Europa, Asien, dem Nahen und Mittleren Osten und Südamerika statt und bieten optimale Zugangsmöglichkeiten zu diesen dynamischen Wachstumsmärkten.
Mehr Informationen unter www.safety-security.messefrankfurt.com

Hintergrundinformationen Institut für Sicherungssysteme (ISS)

Das Institut für Sicherungssysteme ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut der Bergischen Universität Wuppertal mit Sitz in Velbert. Es widmet sich grundlegenden technischen und gesellschaftlichen Fragestellungen zum Schutz von Mensch und Infrastruktur. Im Mittelpunkt der interdisziplinären Forschung steht dabei die Bewertung innovativer Sicherungssysteme hinsichtlich der Dimensionen Sicherheit (Safety und Security), Zuverlässigkeit und Effizienz.
Weitere Informationen: www.sicherungssysteme.net

Hintergrundinformation ZVEI

Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. vertritt die Interessen von 1.600 Unternehmen der Elektroindustrie und zugehöriger Dienstleistungsunternehmen in Deutschland. Jede dritte Neuerung im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland erfährt ihren originären Anstoß aus der Elektroindustrie. Die Branche beschäftigt 853.000 Arbeitnehmer im Inland und mehr als 706.000 im Ausland. Weitere Informationen: www.zvei.org

Hintergrundinformation Messe Frankfurt

Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. Mehr als 2.500* Mitarbeiter an rund 30 Standorten erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 661* Millionen Euro. Mittels tiefgreifender Vernetzung mit den Branchen und einem internationalen Vertriebsnetz unterstützt die Unternehmensgruppe effizient die Geschäftsinteressen ihrer Kunden. Ein umfassendes Dienstleistungsangebot – onsite und online – gewährleistet Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Qualität und Flexibilität bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltung. Die Servicepalette reicht dabei von der Geländevermietung über Messebau, Marketingdienstleistungen bis hin zu Personaldienstleistungen und Gastronomie. Hauptsitz des Unternehmens ist Frankfurt am Main. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent. * vorläufige Kennzahlen 2017

Weitere Informationen: www.messefrankfurt.com  |  www.congressfrankfurt.de  |  www.festhalle.de